designscheu

– Minimalism and Design

Weniger aber flexibler

Neben all diesen ideologischen Überlegungen, die ich in den letzten Artikeln dargelegt habe, hat mein Bestreben natürlich auch pragmatische Gründe. Ich beende diese Jahr mein Studium und plane gerade meinen siebten Umzug in sieben Jahren. Keine schlechte Bilanz! Ich bin vermutlich aber nicht der Einzige, der im Rahmen eines Umzuges feststellt, dass er eigentlich viel zu viel besitzt. Und wenn ich nächsten Monat alles, was ich so an meinem Studienort befindet in Kisten verpacken werde, werde ich Dinge in die Hand nehmen, die ich die letzten 1 1/2 Jahren, die ich hier studiert habe, gar nicht verwendet habe oder vielleicht ein einziges mal.

Mal davon abgesehen, dass bei meinen Eltern noch einmal die gleiche Menge an Besitz darauf wartet, dass ich irgendwann einmal genügend Platz habe, alles an einem Ort aufzubewahren. Ob ich das Zeug überhaupt noch brauche habe ich bisher selten in Frage gestellt. Unter dem Gesichtspunkt das ich diese Dinge weit weniger verwende als die paar, die ich hier gerade in Kisten verpacke brauche ich einen Großteil wohl kaum noch. Deshalb habe ich in meiner Planung einen Karton vorgesehen, in den ich alles verpacken will, was ich nicht wieder auspacken werde. Wenn ich mehr als einen Karton benötigen sollte werden es auch gerne zwei.

Alles was ich in diese nicht wieder auspacken Kartons verpacken werde, wird hinterher in irgend einer Art veräußert.

Ich habe Fachbücher die ich nie wieder brauche. Bücher die ich einmal für viel Geld gekauft habe und die inzwischen fast nichts mehr Wert sind. Die wenigsten davon waren für mein Studium, ich habe sie mir gekauft weil ich dachte das ich irgendwann einmal die Zeit finden würde mich damit ausführlich zu beschäftigen; rausgeschmissenes Geld. Ich habe eine gute Anlage, die es mir erlaubt Musik in ordentlicher Qualität zu hören. Das Problem daran: sie ist viel zu groß und ich wohne nicht alleine, ich komme gar nicht dazu sie auszureizen. Sie wir genauso wie viele meiner Bücher keinen Weg zurück in mein neues Zimmer finden. Eventuell werde ich sie durch ein paar gute Kopfhörer oder ein paar kleine Aktivboxen ersetzen. Elektronik und Computerzubehör. Hier liegen Tastauren, Festplatten und anderere elektronische Spielereien herum, die sich im laufe der Zeit angesammelt haben. Immer mit der Prämisse, ich könnte das alles ja noch irgendwann einmal gebrauchen. und so weiter… Im werde vermutlich auf noch viele weitere Dinge stoßen, die ich nie wieder brauchen werde; es wird eine Weile dauern alles auf das zu reduzieren, was ich wirklich noch brauche.

Einfacher gesagt als getan, denn neben dem Sachwert verbindet jeder Mensch auch persönliche Werte mit seinen Habseligkeiten.